Hier geht es nicht um sensationelle Wandererlebnisse, sondern um den schlichten Wanderalltag auf einer Tour mit dem Eifelverein.Dem Wanderplan war zu entnehmen dass das Ziel diesmal Unkenfeld sein soll.
Die 12,5 km lange Strecke wird geführt vom Wanderführer Jan.
Die kurze 8 km Runde begleitet Horst.
Beide Strecken werden als leicht eingestuft, wobei die etwas Längere eine kurze Steigung beinhaltet.
Abfahrt wie gewöhnlich um 10 Uhr am Busbahnhof.

9:40 die Ersten trudeln ein. Einige kommen mit dem Auto, andere zu Fuß, wieder andere gar nicht.
Man kennt sich, die meisten jedenfalls. Sofort bilden sich kleine, sich ständig wandelnde Gruppen. Eine Umarmung hier, ein Küsschen dort. Ein allgemeines Palawer beginnt. Jan führt Strichliste, der Bus hat 50 Sitzplätze und eben so viele Anmeldungen hat er. Es kommt was kommen muss, da erscheint Familie Rosen. Sie hatte sich nicht angemeldet. Bleibt zu hoffen das jemand von der Liste nicht erscheint.
Wenn das Wetter mitspielt, das Wanderziel attraktiv ist, ist der Bus voll.
Nacheinander treffen alle ein.
Ohne das man sie wahrnimmt verrät sie ihre Anwesenheit durch eine unüberhörbare Lautstärke und dem nicht zu verwechselnden Lachen. Irina!
Ebenso unverwechselbar, aber nicht ganz so lautstark betritt Rolf das Geschehen.
Sein breites moselländisches Dialekt verrät ihn von weitem.
Jan zählt ab, führt Liste. Notfalls muss jemand mit dem PKW hinterherfahren.
Soweit sind wir noch nicht, der Bus ist ja noch nicht da.
Allgemein wird gerätselt wer den heute wohl Fahrer ist, der in die Jahre gekommene Busunternehmer persönlich, was so manchem Unbehagen beschert, oder einer seiner Fahrer. Der Bus trifft ein, allgemeine Erleichterung, ein deutlich jüngerer sitzt am Steuer. Sofort ist Rolf zur Stelle. Er beansprucht seinen Lieblings Platz. Das tun andere auch, etwas Gedränge entsteht. Roland setzt sich doch tatsächlich auf einen Platz den Isabel sich erkoren hat. Roland rutscht einen Platz weiter. Das war knapp, weil ein Gastwanderer ihn schon im Auge hatte. So nach und nach füllen sich die Plätze. Es sind immer die gleichen die zuerst da sind, es sind immer die Gleichen die im letzten Staub ein trudeln, dann aber die besten Plätze beanspruchen.
Barbara hatte schon mal einen so tiefen Schlaf und einen defekten Wecker, das der Bus einen kleinen Umweg machen musste, sie abzuholen.

Abfahrt ist pünktlich um 10, wer nicht da ist hat Pech.
Glück haben die beiden unangemeldeten; 3 Personen hatten sich per Handy bei Jan abgemeldet.
10 Uhr, der Bus ist voll, das Abenteuer beginnt.
Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde......... So beginnt Jan seine Begrüßungsrede. Ruhe bitte! Er muss wiederholen, weil das Mikro zu leise war.
Unsere heutige Wandertour führt uns nach Unkenfeld in einem Rundweg.
Wie immer wandern wir in 2 Gruppen. Die 12,5 km lange Strecke wird von mir geführt, die 8 km Stecke führt Horst. So spricht er.
Beide Touren sind leichte Wege, wobei die etwas Längere zunächst einen gemäßigten Anstieg hat, zwischen drin noch einmal kurze Anstiegspassagen.
Gegrummel erhebt sich. Die kurzen Passagen von Jan sind gefürchtet, weil sie im Allgemeinen schweißtreibend sind und keineswegs immer nur kurz.
Er ist halt durch und durch Sportler, da leidet der Sinn für Realitäten schon einmal.
Carmen lässt die Zettel mit den Essensbestellungen rund gehen, während der Alterspräsident noch ein Grußwort an die „Gemeinde“ richtet.
Frühestens nach der Hälfte der Fahrtstrecke ist das dann auch erledigt.
Der Geräuschpegel im Wagen schwillt an. Kochrezepte wechseln den Zuhörer und Erfahrungen mit anderen Wanderungen werden ausgetauscht.
Vor allem aber machen die Wehwehchen der Mitreisenden die Runde, ob man es hören will oder nicht. Knie, Hüfte, Rücken, Galle, Leber und andere Innereien, den Kopf und Herz nicht zu vergessen und natürlich die künstlichen Hüft und Knie - Gelenke. Zahnersatz und Hörgerät sorgen ebenfalls für Gesprächsstoff.
Wir sind ja nicht die Jüngsten! Globulies und Schüsslersalze haben schon mal geholfen und bei einer Anderen auch Bachblütentee.
Wieder eine andere schwört auf ihren Heilpraktiker, warum auch immer.
Lautstark schwelgt Rolf auf Trierer Dialekt von seinen Malesten und wird nicht müde dabei. „Na un“ ist sein Tenor. „Aisch gien weider, dat brengt maisch nit um“.
Er wird nur von Irena übertönt. Keiner weiß warum sie lacht, aber sie tut es herzhaft.
Zwischendurch kassiert Carmen den üblichen Obulus.
Die Klimaanlage funktioniert. Elvira zieht es zu stark, Antonia ist es zu warm.
Die Strecke wird immer kurvenreicher, die Sträßchen immer enger.
Jan ergreift noch einmal das Mikro. „Alle mal herhören, wir sind gleich da.
Die Gruppe, die mit Horst wandert, steigt als erste aus, alle anderen bleiben sitzen, wir fahren noch ein Stück weiter.“
Betriebsamkeit macht sich breit. Alle scheinen froh wenn endlich gestartet wird.
Der Bus hält. Jene die sich die 12,5 km nicht zutrauen, und jene die zuerst an der Futterstelle sein wollen steigen jetzt aus.
Wenige Minuten später werden die anderen ausgekippt.
Es geht los!

Schritt für Schritt

In geordnetem Durcheinander verlassen die Wanderfreunde ihr Transportmittel.
Alles, was Mann oder Frau glaubt unbedingt dabei haben zu müssen, wird raus geschleppt. Die Einen kommen mit dem Handtäschchen aus, die Anderen haben großes Gepäck dabei. Mit und ohne Stöcke, aber immer was zum Trinken.
Die meisten sind ja nicht zu ersten Mal dabei und tragen daher ordentliches Schuhwerk.
Bei einigen weiß man nicht so recht was älter ist, die Schuhe oder deren Träger.
Roland hat seinen obligatorischen „Blitzableiter“ dabei. Man weiß ja nie.
Das Wetter scheint mit zu spielen, leichte Bewölkung und Temperaturen um 20°
Die Truppe ist bunt gemischt. Eine unter fünfzigjährige senkt den Altersdurchschnitt erheblich. Die holde Weiblichkeit ist in der Überzahl, wohl auch weil Männer ab einem bestimmten Alter knapper werden. Übergewichtige der Marke XXL sind bei Wanderern eher die absolute Ausnahme. Verirrt sich dann doch mal jemand, dann war es das Erste und Letzte mal.
Der Bus rollt mit den anderen weiter, die Gruppe sammelt sich.
Jan gibt Anweisung wo es lang geht, zunächst die Straße entlang und am Ortsende links in den Busch.
Er trägt keine Tarnfarben, sondern ein plakatives Grün auf der Haut.
Rolf setzt sich an die Spitze der Karawane und gibt diese nur gelegentlich mal ab, etwa wenn die Anstiege lang und heftig sind, oder wenn er mal wieder zurück gepfiffen wird.
Nach dem Dritten mal pfeifen schickt er Roland vor,
„ Mat dir könne se och mol Maulen“
Noch herrscht eifrige Geschwätzigkeit und die Gesprächspartner wechseln ständig, schließlich will jeder die neuesten Neuigkeiten von jedem selbst hören.
Wer das Schlusslicht macht ist nun auch geklärt. Es ist Elvira die trotz einiger Konditionsprobleme mit dabei sein will und die längere der kürzeren Strecke vor zieht. Noch liegt das Feld dicht beieinander. Das ändert sich meist nach dem ersten Anstieg und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.
In diesem Fall sollte er auch nicht lange auf sich warten lassen.
Der Abstand zwischen vorn und hinten vergrößert sich zusehends.
Mathilde, eine erfahrene und umsichtige Wanderwartin hat alles im Griff.
Sie passt auf das kein Schäfchen verloren geht. Selbst sie kann aber nicht verhindern das dies gelegentlich geschieht.
Und da kommt der erste Pfiff, Detlef ruft. „Rolf mach mal langsam da vorne“. Rolf grummelt „ solle die doch voran maachen“
Da wird die alte Frage wieder aufgeworfen, sind die da vorne zu schnell , oder die da hinten zu langsam. Da die Geschwindigkeit etwas mit der Kondition zu tun hat, müssen die da vorne etwas zurück stehen.
Natürlich gibt keiner zu das er etwas Luftprobleme hat, da wird die schöne Landschaft, die es zu bewundern gilt, als Ursache festgemacht. Fotos müssen schließlich auch sein. Wer „rennt“ kann doch die herrliche Gegend nicht genießen!

Oben angekommen, also Stopp! Die Einen trinken etwas, andere nutzen die Gelegenheit sich zu erleichtern. Irgendwo findet sich schon ein Gestrüpp.
Im Sommer ist das meist problemlos, im Winter etwas schwieriger.
Da bedauern es dann einige Damen das sie es nicht so einfach haben wie die Männer.
Wenn alle aufgeschlossen haben, bloß nicht gleich weiter gehen, sonst hebt ein Unmuts - Klagen oder besser ausgedrückt, Schimpfen an.
Die vier ersten scharren schon mit den Füßen, während andere sich den Schweiß von der Stirn wischen. „ Die hätte doch met de annerer Grupp gien solle“
Der nächste Abschnitt gestaltet sich flacher. Vorbei an Wiesen, vorbei an Feldern. Viel Blümchen, viel Aussicht. Die Sonne meint es gut, das zwingt zu einer Pause.
Die Sonnencreme wird ausgepackt.
Jan meint; in 5 min machen wir eine Bananenpause.
Die Gruppe erreicht ein schattiges Plätzchen mit einigen Sitzgelegenheiten. Auch hier zeigt sich wieder wer zuerst kommt malt zuerst.
Irina Trompetet; hat jemand Else und Linde gesehen?
Jan winkt ab, er kennt seine Frau. Wenn die beiden zusammen sind, dann oh jeh.
Die Zwei können an keinem Blümchen und keinem Mistkäfer vorbei gehen, ohne deren besondere Schönheit zu würdigen. Wozu hat man einen Fotoaparat?
Er behält recht ,nach einer Weile kommen auch die Beiden an. Eine Reihe lateinischer Namen sollen die besondere Flora des Weges hervorheben.
Aus den Rucksäcken wird allerlei essbares hervor gezaubert. Alles vertreten, gutes vom Schwein und gesundes für Vegetarier, das Schokolädchen für Süßmäuler.
Eigentlich sollte das nur eine Bananenpause sein.
Alle scheinen mit sich und der Welt zufrieden. Nur in einer Ecke nörgelt jemand über die scheiß Bremsen und überhaupt......
Jan mahnt zum Weitergehen, noch 3,5 km dann sei Mittagspause.
Nur zögerlich setzt sich der Haufen in Bewegung. Sabine ruft; Stopp, ich suche meine Stöcke. Du warst doch eben hinter der Hütte stehen die vielleicht noch da? fragte Roland. Barbara fand sie, sie lagen unter der Bank auf der sie zuletzt saß.
Eine jede Pause macht das Neustarten beschwerlich, es dauert bis die alten Knochen wieder in Bewegung kommen. Diese alten Knochen sind es auch die für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Manchmal scheint es als überböten sich einige mit ihren Malesten. Die Sonne steigt höher und die Anstiege werden beschwerlicher.
Langsam kommt auch der fitteste ins Schwitzen. Das Schnattern beruhigt sich deutlich. Manch unschöner Kommentar richtet sich jetzt gegen Jan und seine leichten Touren.
Pfiff der Zweite! Rolf und Roland verharren auf der Stelle. „Nit schuun widder, die solle nit so vill fräße“ Else hat Pilze gefunden. Na klar die kann man doch nicht stehen lassen und sorgt damit für etwas Stillstand.
Tim kommt nach vorne: Macht mal etwas langsam da vorne wir sind doch nicht auf der Flucht. „Mach mol e bissche vieran do hinne, antwortet Rolf “mir sin doch nit uf da Beerdigung“

Nur nicht schwächeln!

Wo es rauf geht, geht es auch wieder runter. Für Knie geplagte, eine Tortur.
Ein schmaler Waldweg, entlang eines Hanges, führt in der Tendenz ständig bergab.
Auch jetzt zieht sich das Feld wieder in die Länge, diesmal aber sind es nicht Konditionsprobleme. Der Weg ist uneben Steine und Wurzeln verlangen erhöhte Aufmerksamkeit.
Es kommt was kommen musste, Isabel die ohne hin nur sehr schlecht sieht, rutscht und setzt sich hin. Helfende Hände sind sofort da, sie aber wehrt ab; Es geht schon, es ist nichts passiert.
Etwas wackelig auf den Beinen setzt sie die Tour fort. Es war schon mal schlimmer.
Auf einer anderen Wanderung hatte sich Sabine der Länge nach hingelegt und sich einige Blessuren zugelegt. Knie, Kopf und vor allem die Rippen haben etwas abbekommen. Mit denen hatte sie allerdings noch einige Wochen zu kämpfen.
Der Weg wird ebener. An einer Lichtung, Tische und Bänke.
Mittagspause!
Nicht alle passen an die Tische. Sitzgelegenheiten sind rar. Auf Baumstämmen ist auch noch Platz. Lucia und ihr Freund platzieren sich dort, Man merkt den Beiden ihr junges Glück an, sie wollen nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen. Jemand belegt einen Platz auf der Bank mit einem Rucksack, gut das der wenigstens einen Platz hat.
Aber nicht lange, er muss wie alle Anderen auf den Boden.
Was bei der Bananenpause übrig geblieben war, wird jetzt verzehrt. Verzweifelte Blicke suchen ein dichtes Gebüsch.
Alles Entspannt. Einige legen sich so bequem wie eben möglich ins Gras, mit sich und der Welt zufrieden. Süßigkeiten wechseln von Hand zu Hand.
Bloß keinen Zeitdruck! Aber irgendwann geht es dann doch weiter, aber sehr zögerlich. Die ersten Schritte fallen schwer. Doch dann kommt wieder System ins Laufen. In der Talsenke erwartet ein quirliger Bach die Wandernden.
Ein kleiner Wasserfall lädt zum Verweilen ein. Fotos werden geschossen, nicht wie früher mit dem Fotoapparat, sondern mit dem Smartphone. Vorteil: die ganze Welt weiß sofort wo sie sind. Jan schaut auf GPS, der Punkt der Abzweigung muss gleich kommen. Ein Schild weist rechts zur Mühle ein anderer Zeiger gerade aus zur Mühle, beide zeigen etwa eine gleich lange Strecke an.
Jan entscheidet: Rechts.
Rolf und Roland hechten los. Der Weg wird immer unzugänlicher und Gestrüpp erschwert das Gehen. Da ertönt der Pfiff Nr. 3; seiste, tönt Rolf,do hon se us widder. Zurück, kommt es von hinten; Wie immer stöhnt Roland. Aich gien nimmi vieren, do giet ma immer alles zwee mol. quält es sich aus Rolfs Mund; do hät dä widder de Koort net gelese.
Was blieb den Beide übrig als die paar 100 m zurück zu traben. Mit breitem Grinsen empfängt Valentin die Beiden; seit ihr wieder zu schnell gewesen?
Rolf poltert los, ein Schwall Trierischer Kraftausdrücke ergießen sich, mit dem Tenor, Jan solle sich vielleicht mal einen Blindenhund zulegen.

Jan gibt kleinlaut zu er habe sich bei der Vorwanderung an dieser Stelle auch schon vertan; Was rennt ihr aber auch immer gleich los.
Roland kann darüber nicht lachen, er hatte wie eine Fatamorgana, ein Weizenbier im Kopf und nun muss er noch länger darauf warten.
Der Weg wird eben und breiter. Die Gruppe schließt zusammen. Die Gespräche, die wegen des unebenen Weges weitest gehend verstummt waren, leben jetzt wieder auf. Wohl auch, weil das Ziel in greifbare Nähe gerückt zu sein scheint und die zu erwartenden Gaumenfreuden die allgemeine Stimmung wieder aufhellen.
Irinas Lachen ist wieder deutlich zu vernehmen. Wieder gabeln die Wege.
Gut ausgeschildert wie man meinen sollte mindestens aus der Sicht fast aller.
Aber nur fast aller. Wo ist Edeltrud geblieben? Die wird mal gemusst haben heißt es.
Alle bleiben stehen und warten, doch sie taucht nicht auf. Jan geht den Weg zurück, erhöht dabei sein Tempo.
Es dauert. Da wird doch nichts passiert sein fragen sich die wartenden.
Langsam kommt Unruhe auf. Jemand pfeift.
Von weitem hört man Jan rufen, dann taucht er hinter einer Kurve auf, mit Edeltrud im Schlepptau, lebhaft diskutierend.
Kaum in Hörweite prustet sie los; Ihr seid alle falsch gegangen, gerade aus wäre an der Kreuzung richtig gewesen.
Sie ließ sich auch nicht von Jans Wanderkarte beeindrucken. Die Beschilderung war eindeutig. Es half nichts, sie war nicht zu überzeugen. Sicher, irgendwann wäre sie auf ihrem Weg vielleicht auch zur Mühle gelangt.
Die Diskussion hielt noch eine Weile an. Tim verdreht die Augen, schweigt aber zu allem. Rolf; Aisch hon Hunger Hat er immer, ist also nichts neues.
Nach einer Weile ein weiteres Schild: Unkensteiner Mühle 400m
Allein die bloße Ankündigung reicht, um bei den meisten die Schrittzahl zu erhöhen.
Dann taucht sie vor den Wanderern auf, die wiederum haben nur wenige Blicke für das herrliche Ambiente des am Bächlein gelegenen Kleinodes.
Sie wollen nur rein. Auf dem Parkplatz um die Ecke steht bereits der Bus.
Die große Scheune ist zu einer Gaststätte umfunktioniert worden und hat für viele Platz. Auch im Freien unter den Schirmen ist reichlich Platz.
Genau dort sitzen sie schon die Wandersleute der zweiten Gruppe geführt von Horst.
Die Besten Plätze mit der besten Aussicht sind vergeben. Sofort setzt ein Gerangel um die verbliebenen ein, einige wurden Freigehalten.
Ein Ansturm auf die Toiletten beginnt.
Wir warten schon auf euch wir, sind schon eine halbe Stunde hier.
heißt es. Mit dem Essen hatte der Wirt gewartet, Aber den ersten Durst konnten sie schon mal löschen. Triumphierend hält einer der Gastwanderer sein halb volles Weizenglas dem Roland entgegen, der zuerst dort eintrifft. Nach und nach trudeln alle ein. Alle wollen auch als erste bedient werden. Mit Grauen denkt Jan an eine Wanderung an der Mosel, bei der nach gut einer Stunde noch nicht alle Gäste etwas zu trinken hatten. Hier war man aber auf den Ansturm gerüstet. Es ging zwar nicht der Reihe nach aber schnell. Jan erhebt sein Glas und prostet Roland zu, der musste noch warten.
Nach dem sich alle verteilt haben, jeder seinen, oder besser, einen Platz gefunden hat
ging es mit den Bestellungen los. Die Paare bleiben meist beieinander.
Die Gruppen an den Tischen bilden sich bei jeder Einkehr neu. Plätze werden getauscht, weil es den Einen zu sonnig, den Anderen zu zugig und wieder anderen zu schattig ist.
Jetzt zahlt es sich aus, das Jan die Essens - Wünsche schon im Voraus erfasst und weiter geleitet hat. Immer wieder aber gibt es Mitwanderer, die sich nicht eingetragen haben, die bestellen nach Karte und wollen zuerst ihr Essen haben.
Der Wirt macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, erst sind die Vorbestellungen an der Reihe!
Tim ist ein Süßmaul er ist gerne Kuchen, Elvira ist Traditionsgemäß ihre Portion Pommes, Roland, Strammer - Max, jeder nach seinen Bedürfnissen.
Gefräßige Stille tritt ein. Nicht das es ganz still ist, nein aber deutlich ruhiger als sonst. Hie und da eine Bemerkung über das Essen, und auch darüber das es etwas mehr sein könnte. Für Rolf trifft das fast immer zu.
Kaum aber sind die Ersten satt, geht das Geschnatter von vorne los. Plätze und Wandererlebnisse werden getauscht.
Allgemeine Unruhe. Hinten in der Ecke jammert jemand, das er immer noch nichts zu essen hat, während sich in der anderen Ecke der zweite Durst einstellt.
Edeltrud ist immer noch davon überzeugt das alle anderen falsch gelaufen sind und tut dies lautstark kund.
Während die Ersten an das Aufbrechen denken, bestellen anderen noch schnell ein Getränk. Die Wanderer der Gruppe um Horst drängeln, die haben lange genug gesessen und wollen heim.
Aufbruchstimmung! Zahlen Bitte!!!!
Es kassiert aber nur eine Dame, also dauert es. Dafür setzt nun ein Run auf die Toilette ein. Überall wollen alle immer zuerst sein. Warteschlangen an der Damentoilette. Die ersten packen ihren Krempel und ziehen zum Bus.
Jeder wieder an seinen Platz. Es dauert bis die Rucksäcke verstaut sind. Es dauert aber auch bis die Letzten an gekrochen kommen. Nur träge klettern sie in das Gefährt. Die müden Knochen wollen nicht so recht.
Aisch kann nimmi gien. Alles verstaut, alle haben ihren Platz.
Nur Irina wuselt noch zwischen den Sitzen und versucht liegen gebliebene Einzelteile an Mann oder Frau zu bringen. Ihr Organ ist ihr hilfreich dabei.
Noch gehen alle ihre Erlebnisse durch, dann wird es langsam ruhiger.
Roland knackt als erster, andere tun es ihm gleich. Dem Bier sei dank!
Jan ergreift noch einmal das Mikro und stellt die nächsten Wanderziele vor.
Nur gut das sie nicht auch noch anfangen zu Singen.
Kurz vor der Ankunft sind alle wieder wach. Auch beim hinaus Quetschen wieder Gedränge. Isabel steigt aus und bleibt gleich dort stehen, wo sie steht. Es Staut!
Jetzt geht alles sehr schnell. Das Abschieds Brimbamborium hält sich in Grenzen, alle wollen nur schnell heim.
War doch schön heute, oder?

© Bernd Engel